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Black Diamond präsentiert: Born from the Climbing Life

28. April 2026

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Stefan
Becker

Folge 4: Drifter’s Escape

28. April, Innsbruck – Nach zwei Saisons und rund 20 Versuchen gelang Connor Herson die Erstbegehung von Drifter’s Escape am Stawamus „Chief“ in Squamish, Kanada. Er schlägt für seine Route den Grad 5.15a oder 9a+ vor, womit sie ein Kandidat für die weltweit schwerste Trad-Route ist. Die Begehung ist in Black Diamonds finalen Episode von Born from the Climbing Life dokumentiert.

BLACK DIAMOND PRÄSENTIERT Folge 4: Born from the Climbing Life  — Drifter's Escape
BLACK DIAMOND PRÄSENTIERT Folge 4: Born from the Climbing Life  — Drifter's Escape
© Black Diamond
BLACK DIAMOND PRÄSENTIERT Folge 4: Born from the Climbing Life — Drifter's Escape

Stell dir vor, du kletterst Züge im 8a Bouldergrad– abgesichert über einem Off-Set Z4 Camalot. Und nicht nur das: Du befindest dich bereits fünf Seillängen über dem Boden, hunderte Meter Luft unter deinen Füßen. Über dir? Warten harte Risspassagen im zehnten UIAA-Grad, welche dich von einer weiteren 8A Boulderstelle trennen. Wer bringt so eine fast futuristisch wirkende Begehung zustande? Black Diamond Athlet – Connor Herson.

Im Sommer 2025 gelang Connor nach zwei Saisons und rund 20 Versuchen die Erstbegehung von Drifter’s Escape – vorgeschlagen im Grad 5.15a oder 9a+. 

Freu dich auf das finale Kapitel von Born from the Climbing Life und begleite Connor bei dieser historischen Begehung, die sehr wahrscheinlich die härteste Trad-Kletterei der Welt ist.

Auch wenn unsere Serie hier endet, ist sie für Connor erst der Anfang. Lies hier Seine Geschichte, in dem er seine Gedanken über die logische Weiterentwicklung des Kletterns teilt. 

Zurück in die Zukunft

Was muss geschehen, um ein neues Kapitel in der Geschichte des Yosemite-Nationalparks zu schreiben?

Von Connor Herson  

Ich bin in aufgewachsen, als würde ich in einem Museum klettern. Es gibt keine andere Möglichkeit zu beschreiben, wie viel Geschichte in den Granitwänden des Yosemite-Nationalparks steckt. Wie könnte ich beim Anblick einer verwitterten 6-mm-Schraube oder rostigen Hakens nicht an die Pioniere des Goldenen Zeitalters denken? Wie könnte ich am El Cap vorbeigehen, ohne an Lynn Hill und die sogenannten „Stone Masters“ zu denken, die Wände frei kletterten, die zuvor als unüberwindbar galten? Diese beiden Generationen, die Kletterer des Goldenen Zeitalters und die Stone Masters, sind für mich wahre Legenden. Wie können wir nur denselben Felsen berühren wie diese Klettergiganten? 

Damals war mir das noch nicht bewusst, aber selbst während meiner Kindheit wurde noch Klettergeschichte geschrieben. Als meine Familie anfing, mich zum Klettern in das Yosemite Valley mitzunehmen, neigte sich die Ära der Stone Monkeys ihrem Ende zu. Mit dem Tod von Dean Potter im Jahr 2015, als ich erst zwölf Jahre alt war, sah es so aus, als ob das Kapitel der Monkeys abgeschlossen war. Etwa zur gleichen Zeit wie die Monkeys erlebte das Freiklettern einen Aufschwung. Die erste freie Begehung der Dawn Wall im Jahr 2015 sowie Alex Honnolds Free-Solo des El Capitan 2017 schienen der Höhepunkt dieser Ära zu sein. Das Geschichtsbuch des Yosemite Valley schien sich erneut zu schließen, um in einer Glasvitrine aufbewahrt zu werden, wo wir anderen es nur sehnsüchtig anstarren konnten.

Das soll nicht heißen, dass das Klettern im Yosemite seitdem ausgestorben war. In den späten 2010er Jahren bis etwa 2022 wuchs die Zahl der Besucher Jahr für Jahr. Freie Begehungen von Routen am El Capitan, mit Ausnahme von Freerider, blieben hingegen eine Seltenheit. Die schweren Routen der letzten Generationen – von der Dawn Wall über Lurking Fear bis hin zu Einseillängenrouten wie Meltdown und Magic Line – wurden nur selten versucht, geschweige denn frei geklettert. Das Yosemite wurde zu einem Relikt der Vergangenheit, und die Zukunft des Kletterns schien in den Olympischen Spielen, in angesagten, anspruchsvollen Bouldergebieten und im Sportklettern zu liegen, aber nicht im Valley.

Erst in den letzten Jahren hat sich das wieder geändert.

Die Dawn Wall sah eine neue freie Begehung. Freerider wurde geflashed. Dann nochmal, an nur einem Tag. Lurking Fear wurde endlich mit einer freien Begehung wiederholt, 25 Jahre nach ihrer Erstbegehung. Die Anzahl an freien Begehungen der Nose verdoppelte sich in nur einem Monat. Es gab eine Reihe ernsthafter Versuche von Magic Line und Meltdown und jedes Jahr sogar einige erfolgreiche Durchstiege. Die Yosemite Triple Crown wird jedes Jahr einige Male wiederholt und der neue Yosemite Quad Linkup wurde inzwischen etabliert. Die freie Begehung des El Cap an einem Tag ist keine Seltenheit mehr, und ehemalige El Cap-Testrouten wie El Corazón, Golden Gate, Pre-Muir und El Niño sind mittlerweile Schauplatz regelmäßiger Freikletterversuche. Unten im Tal haben wir die ewige Hürde von V12 (Fb 8a+) endgültig hinter uns gelassen und neue Herausforderungen der Spitzenklasse wie Darkside und Last Line of Defense (beide V16, Fb 8c+) geschaffen. Die Freiklettererfolge der letzten Generation werden inzwischen schneller, eleganter und häufiger als jemals zuvor wiederholt. 

Eine neue Generation von Kletterbegeisterten ist im Tal angekommen, und sie ist gekommen, um zu bleiben. Bald werden neben Harding, Robbins, Hill, Kauk, Potter, Caldwell und Honnold neue bekannte Namen hinzukommen: Zangerl, Larcher, Moss, Vidi, Warme, Traversi, Berthe, und viele andere, von denen wir noch gar nichts wissen.

Hat sich das Geschichtsbuch wieder geöffnet? Wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen? Hat diese neue Generation es verdient, mit den Helden des Goldenen Zeitalters, den Stone Masters und den Stone Monkeys, auf eine Stufe gestellt zu werden? 

Ich denke, wir sind fast soweit. Fast. 

Es ist beeindruckend, an die Leistungen früherer Generationen anzuknüpfen, doch was die Kletterer jeder Epoche von ihren Vorgängern abhob, war nicht nur die Wiederholung von Begehungen, die Jahrzehnte zuvor vollbracht worden waren. Es bedeutete, nach den Sternen zu greifen, Neues zu versuchen und stetig die eigenen Grenzen zu verschieben. Es begann mit dem Klettern des Half Dome – der zuvor als unbezwingbar galt – dann folgte der El Capitan, und schließlich der El Capitan in einem moderneren Stil. Es bedeutete, die klassische Trad-Ausrüstung zuhause zu lassen und den El Capitan frei zu klettern, anschließend eine noch schwierigere Route am El Capitan zu etablieren, und schließlich den El Capitan an einem einzigen Tag frei zu bezwingen. Es ging weiter mit der Triple Crown, mit immer neuen Speed-Rekorden an der Nose, zwei freien Begehungen des El Capitan an einem Tag und schließlich der Begehung von Meltdown. Die Erfolge, die heute im Valley erzielt werden, sind beeindruckend. Aber, versteht mich nicht falsch, was mich wirklich begeistert, ist der Blick in die Zukunft. 

Welche unvorstellbaren Begehungen erwarten uns noch? Welche Routen bieten gerade noch genug Struktur, um kletterbar zu sein? Welche Linkups sind mit der richtigen Taktik noch möglich? Welche Boulderprobleme können wir noch klettern?

Es scheint, als bringe jede neue Saison im Valley neue Gesichter und wachsende Begeisterung mit sich. Beim Klettern am Leaning Tower in einer Route, die der Stone Master Todd Skinner und der Stone Monkey Dean Potter ersonnen, aber nie durchstiegen haben, spüre ich eine greifbare Energie bei dem Gedanken, sie zu meistern. Allein in dieser Saison haben fünf weitere Kletterer und ich es versucht, und die Stimmung könnte nicht besser sein. Statt eines Wettlaufs um die Erstbegehung ist es eine gemeinsame Anstrengung, die Schlüsselstelle zu meistern – eine anspruchsvolle 45-Meter-Seillänge mit intensiven, boulderartigen Abschnitten in jedem nur erdenklichen Kletterstil. Wir alle wollen einfach nur, das diese Route durchstiegen wird. Natürlich wollen wir sie alle klettern, aber die Reihenfolge ist uns egal. 

Das Beste daran ist, dass das Projekt am Leaning Tower bei weitem nicht das einzige ohne Begehung im Valley ist. Es kommt nicht selten vor, dass ich von einer weiteren, neuen Route höre – einer radikalen Idee, dass etwas, das wir alle für unmöglich gehalten haben, tatsächlich machbar sein könnte. Diese Projekte, die die Stone Masters und Stone Monkeys wie leere Seiten hinterlassen haben, warten nun darauf, dass die neue Generation das nächste Kapitel schreibt und ihren Platz in der Geschichte dieses ehrwürdigen Tals zementiert. 

Nach zwei Saisons und rund 20 Versuchen gelang Connor Herson die Erstbegehung von Drifter’s Escape am Stawamus „Chief“ in Squamish, Kanada
Nach zwei Saisons und rund 20 Versuchen gelang Connor Herson die Erstbegehung von Drifter’s Escape am Stawamus „Chief“ in Squamish, Kanada
© Christian Adam
Er schlägt für seine Route den Grad 5.15a oder 9a+ vor, womit sie ein Kandidat für die weltweit schwerste Trad-Route ist
Er schlägt für seine Route den Grad 5.15a oder 9a+ vor, womit sie ein Kandidat für die weltweit schwerste Trad-Route ist
© Black Diamond
Die Begehung ist in Black Diamonds finalen Episode von Born from the Climbing Life dokumentiert
Die Begehung ist in Black Diamonds finalen Episode von Born from the Climbing Life dokumentiert
© Black Diamond

Über Black Diamond

Black Diamond Equipment entwickelt innovative Produktlösungen zum Klettern, Wandern, Bergsteigen, Trailrunning und Skifahren, die begeistern. Black Diamond mit Sitz in Salt Lake City (Utah, USA) und Innsbruck (Österreich) hat sich für sein Engagement zur Verbesserung der Sicherheit in den Bergen einen Namen gemacht und einige der revolutionärsten und fortschrittlichsten Ausrüstungsgegenstände entwickelt, um Menschen beim Bergsport optimal zu unterstützen. Das Unternehmen betreibt aktiven Umweltschutz durch die Einführung und Umsetzung nachhaltigerer interner Prozesse – insbesondere im Hinblick auf Materialien, Produktzertifizierung, Herstellung und Transport sowie durch die Unterstützung lokaler und internationaler Umweltverbände.