Chur (CH), 15. Oktober 2025 – Erstmals wurden auch an hochalpinen Orten in der Schweiz PFAS-Messungen durchgeführt – sämtliche Proben fielen positiv aus. Ein Experte der ZHAW stuft die Funde als «bedenklich» ein, insbesondere jene vom Matterhorn und aus dem Skigebiet Arosa. Die Schweizer Outdoorfirma ROTAUF fordert deshalb ein Verzicht von umweltschädigenden Chemikalien in Kleidern.
PFAS galten lange Zeit als chemisches Wundermittel, weil sie stark wasser- und schmutzabweisend sowie langlebig sind. Die Outdoorindustrie zählt zu den grössten Nutzerinnen von PFAS. Sie setzt die Stoffe seit Jahrzehnten in Jacken, Hosen, Rucksäcken, aber auch in Seilen und im Skiwachs ein.
Das Problem: PFAS gelten als gesundheitsschädlich und bauen sich in der Natur praktisch nicht ab. Einmal in die Umwelt gelangt, reichern sie sich in Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und Menschen an. In einer Pilotstudie des BAG wurde bei allen 789 Probanden PFAS im Blut gefunden*.
PFAS nun auch auf dem Matterhorn
Der Bündner Bekleidungsbrand ROTAUF wollte wissen, ob und wie stark PFAS auch in hochalpinen und alpinen Gebieten verbreitet ist und liess gemeinsam mit einem akkreditierten Testlabor hochalpine Berge, Skigebiete und Naturschauplätze von nationaler Bedeutung untersuchen: Alle Proben enthielten PFAS.
Getestet wurden Matterhorn, Jungfraujoch, Morteratschgletscher, Oeschinensee, Grosse Scheidegg, Pilatus und die Skigebiete Arosa und Flumserberg. Die grössten Mengen wurden auf dem Matterhorn und in Arosa gefunden. 6 von 8 Proben enthalten eine PFAS-Verbindung (PFOS), die seit 14 Jahren verboten ist.
Wissenschaftler der ZHAW hält Funde für «bedenklich»
Dr. Basilius Thalmann von der ZHAW ist Experte im Bereich PFAS Bodenproben und ordnet die Funde wie folgt ein. «Dass PFAS auch in solchen Höhen und in teilweise eher abgelegenen Gebieten gefunden werden, ist für mich bedenklich – auch wenn die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten wurden.»
Zwei Resultate fielen ihm besonders auf: «Die Konzentration der Probe auf dem Matterhorn ist 15-mal höher als in den übrigen untersuchten, wässrigen Proben. Auch die Bodenprobe aus Arosa erscheint mir im Vergleich zu Messungen aus österreichischen Skigebieten hoch. Ein absoluter Vergleich ist allerdings schwierig – hier braucht es mehr Forschung.»
Eine mögliche Erklärung für die hohen Werte ist, dass die Proben an Stellen genommen wurden, wo seit Jahren viele Menschen mit PFAS-haltiger Kleidung durchgehen.
ROTAUF fordert Verzicht auf giftige Chemikalien
Umweltverbände warnen schon lange vor den Risiken dieser Stoffe. Für ROTAUF-Mitbegründer Remo Frei ist klar: «Die Outdoorindustrie setzt seit Jahrzehnten Chemie ein, die Mensch und Natur schadet. Sie ist potenziell an der Verschmutzung der Berge beteiligt. Wir möchten zeigen, dass es auch anders geht. Seit kurz nach unserer Gründung im Jahr 2013 produzieren wir PFAS-freie Kleidung in sehr hoher Qualität. Die Lösungen dazu existieren. Es ist eine Frage der Haltung und des Geldes.»
2016 unterzeichnete das Unternehmen als eines von weltweit nur drei Outdoor-Brands das Greenpeace-«Detox Commitment» – eine Selbstverpflichtung, auf über 430 giftige Substanzen zu verzichten. Frei betont: «PFAS sind nur die Spitze des Eisbergs. In Outdoorbekleidung stecken noch viele weitere gefährliche Stoffe. Wer die Berge liebt, verzichtet auf solche Chemie.»
*Pilotphase Schweizer Gesundheitsstudie Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Kontakte
ROTAUF Remo Frei | +41 77 462 3081 | rfrei@flink.ch
ZHAW Dr. Basilius Thalmann | +41 058 934 52 89 | basilius.thalmann@zhaw.ch
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Rotaufs Begeisterung für nachhaltig produzierte Outdoorbekleidung entspringt der Leidenschaft für ambitionierten Bergsport, den Erhalt von Umwelt und Natur in ihrer ursprünglichsten Form und die Förderung einer zukunftsweisenden, zirkulären Textilbranche. Inspiriert von der Natur und angetrieben aus der Idee heraus, die Textilindustrie stets ein Stück ökologischer zu gestalten, folgt Rotauf diesem Impuls seit mehr als zehn Jahren; und das mit kompromissloser Leidenschaft. Rotauf geht keine Kompromisse ein, wenn es um dich, deine Performance und die Natur geht.